
Im Rahmen der Europameisterschaften in München kam es zu einem intensiven Austausch zwischen Markus Kohlöffel und Sascha Pichler über die zukünftige Entwicklung des deutschen Nachwuchs- und Spitzensports im Taekwondo sowie über die innovativen Strukturen am TCC Friedrichshafen.
Im Mittelpunkt des Gesprächs stand insbesondere das in Friedrichshafen entwickelte Gesamtkonzept zur langfristigen Talentförderung, das Schule, Verein und Leistungszentrum in einzigartiger Weise miteinander verbindet. Da Pichler im Bundeskanzleramt insbesondere für die Bereiche Sport und Ehrenamt zuständig ist, wurde ausführlich über die Möglichkeiten nachhaltiger Nachwuchsarbeit und strukturierter Spitzensportentwicklung gesprochen.
Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal des Friedrichshafener Modells ist die vollständige Integration von Taekwondo in den regulären Schulsport. In den Klassen 1 bis 10 erhalten alle Schülerinnen und Schüler wöchentlich Unterrichtseinheiten im Taekwondo. Ergänzend dazu ist ab Klassenstufe 8 die Einführung eines erweiterten Sportprofils vorgesehen, das zusätzliche leistungsorientierte Trainingseinheiten umfasst und sich an den Vorgaben des Bildungsplans Baden-Württemberg orientiert.
Dadurch entsteht bereits früh eine außergewöhnlich breite sportliche Basis. Nach mehreren Jahren kontinuierlicher Ausbildung erreichen Schülerinnen und Schüler beim Übergang in höhere Klassenstufen bereits ein bemerkenswert hohes technisches Niveau – perspektivisch bis hin zum schwarzen Gürtel. Ergänzend dazu wird für die Klassen 5 bis 7 eine zusätzliche Taekwondo-Freizeitgruppe eingerichtet, die der vertieften motorischen Entwicklung sowie der frühzeitigen Talentidentifikation dient.
Im Gespräch wurde hervorgehoben, dass sich daraus ein außergewöhnlich großer und objektiv sichtbarer Talentpool entwickelt. Talente können früh erkannt und gezielt gefördert werden, ohne dass dabei schulische Nachteile entstehen. Die zusätzliche leistungsorientierte Ausbildung erfolgt bewusst integriert in den Schulalltag und findet im Rahmen der schulischen Mittagsfreizeit statt. Das Konzept ist altersübergreifend, schulartenübergreifend und langfristig angelegt.
Ergänzt wird diese Struktur durch die täglichen Vereinstrainings des Bodensee-Schulsport-Vereins (BSV) Friedrichshafen am Abend. Dadurch können junge Athletinnen und Athleten schrittweise an ein zweifaches tägliches Training herangeführt werden – ein entscheidender Baustein moderner Hochleistungsentwicklung im internationalen Sport.
Kohlöffel erläuterte zudem, dass durch die enge Verzahnung von Schule, Verein und Leistungszentrum in Friedrichshafen eine durchgängige Entwicklungskette entsteht – vom ersten sportlichen Einstieg bis hin zum internationalen Spitzensport. Das TCC Friedrichshafen fungiert dabei als zentrales Bindeglied und bietet mit seinen internationalen Trainingsgruppen bereits früh ein Umfeld auf Weltniveau.
Ein weiterer wichtiger Gesprächspunkt war die mögliche zukünftige Einbindung der Sportfördergruppe der Bundeswehr aus Sonthofen. Bei entsprechender Zustimmung des Spitzenverbands könnte am Standort Friedrichshafen perspektivisch ein eigener Trainingsstützpunkt für Taekwondo entstehen. Gemeinsam mit den bereits vor Ort trainierenden internationalen Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern würde sich dadurch eine Trainingsgruppe von außergewöhnlicher Qualität entwickeln.
Das langfristige Zielbild umfasst mehrere tägliche Trainingseinheiten, eine hohe Trainingsintensität sowie eine gemeinsame leistungsorientierte Struktur. In dieser Konstellation würden deutsche Kaderathleten gemeinsam mit internationalen Spitzenathleten trainieren – vereint durch das gemeinsame Ziel der Qualifikation für Olympische Spiele.
Der Austausch in München verdeutlichte die hohe sportpolitische Relevanz des Friedrichshafener Modells. Beide Seiten betonten die Bedeutung nachhaltiger Nachwuchsförderung, moderner Trainingsstrukturen und einer engen Verzahnung von Bildung, Ehrenamt und Spitzensportentwicklung.
Im Rahmen der Europameisterschaften in München kam es auch zu einem intensiven Austausch mit Vertretern des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Präsident Thomas Weikert und DOSB-Präsidiumsmitglied Mareike Miller. Im Mittelpunkt der Gespräche standen insbesondere die Förderung deutscher …
Im Rahmen der Europameisterschaften in München kam es zu einem intensiven Austausch zwischen Markus Kohlöffel und Sascha Pichler über die zukünftige Entwicklung des deutschen Nachwuchs- und Spitzensports im Taekwondo sowie über die innovativen Strukturen am TCC Friedrichshafen.