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Aktuelles

18.08.2008

Taekwondoka starten ins olympische Turnier



 
3.Liga

Am Mittwoch starten die Taekwondoka in das olympische Turnier. Das deutsche Team hat dabei junge, aber ehrgeizige Kämpfer dabei, die sich hohe Ziele gesteckt haben.
Die deutschen Taekwondoka standen mit dem Rücken zur Wand, doch den wichtigsten Kampf haben sie bereits vor Olympia gewonnen. Trotz der verpassten Athen-Qualifikation ist der Rauswurf aus dem Förderprogramm des deutschen Sports abgewendet worden. "Über unserem Sport schwebte das Damoklesschwert", sagt Teamchef Markus Kohlöffel.

Mit großer Motivation und voller Selbstbewusstsein sehen die Taekwondoka dem Olympia-Comeback (ab Mittwoch 9.00 Uhr/3.00 MESZ) in Peking entgegen. "Wir stehen hier mit vier starken Leuten und haben schon durch die Qualifikation der maximal möglichen Athletenzahl nachgewiesen, dass wir zurecht nach Athen weiter finanziell gefördert worden sind", sagt Kohlöffel.

"Haben das Zeug, um in den Medaillenkampf einzugreifen"

Die drei Europameister Helena Fromm (München/-67kg) Sümeyye Gülec (Nürnberg/-49kg) und Levent Tuncat (Laar/-58kg) sowie der EM-Dritte Daniel Manz (Friedrichshafen/- 68kg) haben laut Kohlöffel "alle das Zeug, um in den Medaillenkampf einzugreifen". Bisher ist das von Faissal Ebnoutalib (Offenbach) in Sydney bei der Olympia-Premiere des fernöstlichen Kampfsports (Tae-kwon-do wird mit Fuß-Faust-Weg übersetzt) gewonnene Silber die einzige deutsche Olympia-Medaille.

Große Hoffnungen ruhen auf Levet Tuncat. Der dreimalige Europameister steht gleich am ersten der vier Wettkampftage auf der Matte der Pekinger Universität für Wissenschaft und Technik. Acht Tage nachdem an gleicher Stelle Judoka Ole Bischof (Reutingen) Gold eroberte, will auch der gerade 20-Jährige ganz oben auf dem Treppchen stehen. "Ich bin extrem ehrgeizig", meint der Youngster. "Mein Ziel heißt Gold, alles andere ist mir zu wenig."

Jüngste aller deutschen Mannschaften

Kohlöffel verweist stolz daruf, dass seine Taekwondo-Truppe die jüngste aller deutschen Mannschaften ist. Gülec (18) war schon als 15-Jährige 2005 WM-Dritte. Fromm (21), Manz (20) und Tuncat standen allesamt bereits 2003 im Finale der Junioren-WM.

"Wir haben unsere besten Nachwuchs-Leute kontinuierlich nach vorne gebracht. Sie haben den Generationswechsel durch ihre überragenden Leistungen problemlos vollzogen und wollen nun natürlich Medaillen", meint der auch als Frauen-Bundestrainer fungierende Kohlöffel. Größtes Risiko sei die Unerfahrenheit der Mannschaft, die wohl erst in vier Jahren in London auf dem Zenit ihres Könnens sei.

Zumindest bis dahin ist auch die olympische Zukunft des im Programm der Spiele seit jeher umstrittenen Kampfsports gesichert. 1988 und 1992 war Taekwondo Demonstrationssportart, wurde dann aufgenommen und sieht sich seitdem dem Druck anderer fernöstlicher Kampfformen wie Karate, Sumo oder Kendo ausgesetzt, die auch zu den Olympischen Spielen drängen.

sid


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