Deutsches "Jugend-Team" zahlt Lehrgeld
"Unsere jungen Leute haben bei ihrer bislang größten Bewährungsprobe Nerven gezeigt und nicht ihr wahres Potenzial abgerufen", bilanzierte der deutsche Teamchef Markus Kohlöffel nach dem Scheitern der jungen Nachwuchshoffnungen Levent Tuncat (Laar) und Sümeyye Gülec (Nürnberg). Der dreimalige Europameister Tuncat kassierte im ersten Duell der Klasse bis 58 kg eine überraschende 3:4-Niederlage gegen den Afghanen Rohulla Nikpai. Europameisterin Gülec verlor ebenfalls ihren Auftaktkampf, sie unterlag in der 46 kg-Klasse der Venezolanerin Dalia Rivero Contreras mit 2:4. Da die Bezwinger der beiden Deutschen nicht das Finale erreichten, waren Tuncat und Gülec nicht für die Trostrunde qualifiziert und mussten nach jeweils nur einem Kampf bereits die Segel streichen.
Manz hadert mit den Kampfrichtern 
Erfolgreicher, aber auch medaillenlos agierte dagegen Daniel Manz (Friedrichshafen): Nachdem er seine ersten beiden Kämpfe gewonnen hatte, unterlag der 20-Jährige im Viertelfinale dem späteren Finalisten Mark Lopez aus den USA. In der Trostrunde besiegte Manz dann den Afghanen Nesar Ahmad Bahave und stand damit im Kampf um die Bronze-Medaille. Dort unterlag er in einem umstrittenen Kampf dem Taiwanesen Sung Yu-Chi. "Heute hat es uns ganz bitter getroffen", sagte Trainer Waldemar Helm nach dem Kampf. "Ich hab mindestens zwei Treffer weniger beim Taiwanesen gesehen und zwei mehr bei Daniel. Er hat den Kampf klar bestimmt."
Fromm als letzte deutsche Medaillenhoffnung raus
Ebenfalls glücklos blieb die letzte deutsche Medaillenhoffnung, Europameisterin Helen Fromm (München), in der 67 kg-Klasse. Die 21-Jährige unterlag der Puerto Ricanerin Asuncion Ocasio Rodriguez im Viertelfinale mit 0:2 und durfte nicht in der Hoffnungsrunde weiterkämpfen, da Rodriguez anschließend den Finaleinzug verpasste. Damit blieb die vierköpfige Mannschaft der Deutschen Taekwondo-Union (DTU) in China ohne Medaille. Bisher konnte der Offenbacher Faissal Ebnoutalib mit Silber 2000 in Sydney die einzige Olympia-Medaille für Deutschland gewinnen.
Eklat: Kubaner Matos streckt Kampfrichter nieder
Mit einem Eklat gingen die olympischen Taekwondo-Wettbewerbe zu Ende. Aus Wut über seine Niederlage im Halbfinale des Schwergewichts über 80 Kilogramm streckte der Kubaner Angel Matos den schwedischen Hauptkampfrichter Chakir Chelbat mit einem Fußtritt an den Kopf nieder. Der internationale Verband schloss daraufhin den Olympiasieger von 2000 und dessen Trainer Leudis Gonzalez lebenslänglich von allen Wettkämpfen aus. Zudem wurden alle Ergebnisse von Matos gelöscht.